50 km auf Schnee und Eis im Rodgau

Ein Bericht zum ersten Ultramarathon des Jahres 2006

Was haben die Teilnehmer der bisher sechs Auflagen des Rodgaulaufs nicht alles erlebt –  Minusgrade, Regen bei Temperaturen knapp über dem Nullpunkt, heftigen Hagel, orkanartige Windböen, Sonnenschein und Schnee in verschiedensten Variationen.

Die am 28.1.2006 durchgeführte siebte Auflage bot eine Kombination der bisherigen Elemente: 

Zu ordentlicher Kälte (beim Start um 10.00 Uhr herrschten -7 ° Celsius) gesellte sich eine großteils schneebedeckte Piste und auch die Sonne lugte bereits vorsichtig vom blauen Himmel und bescherte die Gewissheit, dass sich die Bedingungen im Laufe des Wettkampfs nicht drastisch ändern würden.

Und es war windstill - ein großer Vorteil für die Teilnehmer auf dem in Teilen recht windanfälligen Rundkurs.

Rund 675 Voranmeldungen und dazu die Nachmelder am Wettkampftag – diese Veranstaltung hat sich in den wenigen Jahren enorm entwickelt, wie auch der Vorsitzende des RLT Rodgau 1983 e. V., Wolfgang Junker, vor dem Start mitteilte: 

„Bei der ersten Auflage hatten wir ca. 70 Starter/Innen, heute müssen wir uns ernsthaft Gedanken über eine Limitierung des Teilnehmerfelds machen. Denn die gesamte Organisation ist mittlerweile an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt.“

Dabei geht der Veranstalter davon aus, dass nur ca. 80 % der Vorangemeldeten auch wirklich zum Wettkampf antreten…

                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Start-Ziel-Bereich kurz vor dem Start

Trotz der mittlerweile erreichten Größe hat der Lauf nichts von seinem familiären Charakter verloren, und das ist sicher auch eines der wichtigsten Merkmale dieser Veranstaltung. Von Abzocke kann bei einer Startgebühr von 22 € nicht die Rede sein, die Verpflegungsstelle ist mit allem ausgestattet, was für die Bewältigung eines Ultramarathonlaufs notwendig ist.

Das Organisationsteam gab sich redlich Mühe, den Teilnehmern eine optimale Strecke anzubieten. Ernsthaft rutschig wegen unter der Schneedecke befindlichem Glatteis war denn auch nur ein kleiner Streckenabschnitt von wenigen Metern vor und nach km 2. Ansonsten war die 5 km-Runde im Prinzip gut zu laufen.

Sportlich gesehen war vor dem Start nicht auszumachen, wer das Rennen für sich entscheiden würde. Hochkarätige männliche Teilnehmer aus der Ukraine hatten sich in diesem Jahr nicht angekündigt und die Seriensiegerin der letzten Jahre, Constanze Wagner, war verletzungsbedingt nicht angetreten. 

Bei den Männern drückte der Niederländer Jan-Albert Lantink dem Rennen von Anfang an seinen Stempel auf, indem er die ersten drei Runden mit Zeiten von deutlich unter 20 Minuten zurücklegte. Ab Runde 6 musste er allerdings den winterlichen Bedingungen Tribut zollen und sein Tempo auf Rundenzeiten über 21 Minuten reduzieren.

Dennoch reichte es am Ende zu einem ungefährdeten Sieg in 3:27:24 h vor Roland Kreffer, TV Haibach, in 3:30:49 h und Sebastian Kraft vom SSC Hanau-Rodenbach in 3:34:43 h.

Bei den Frauen begann Carmen Hildebrand vom SSC Hanau-Rodenbach mit einem flotten 4:30er Kilometerschnitt. Die Deutsche 100 km-Meisterin des Jahres 2005 hatte im Vorfeld der Veranstaltung allerdings einige infektbedingte Probleme gehabt, so dass nicht zu erwarten war, dass sie dieses Tempo würde durchhalten können. 

So kam es dann auch: Mit einer Endzeit von 4:04:24 h belegte sie am Ende Platz 2. Den Sieg erlief sich Angelika Hofmann vom ETSV Lauda, die ein sehr gleichmäßiges Rennen abspulte und mit 4:00:12 h nur knapp über der 4-h-Marke finishte.

Dritte wurde Ilona Schlegel, Melpomene Bonn, mit einer Zeit von 4:09:47 h.  Die derzeit stärkste deutsche 24-h-Läuferin, die sich momentan in einer intensiven Vorbereitung auf die 24-h-World Challenge am 25./26. Februar in Taiwan befindet, absolvierte einen schnellen Trainingslauf und war mit ihrer Leistung angesichts der nicht einfachen Bedingungen hochzufrieden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die beiden Gesamtersten Angelika Hofmann und Jan-Albert Lantink

Bei allen erreichten Zeiten – natürlich nicht nur der Erstplatzierten – sind die beschriebenen Witterungsbedingungen in Abzug zu bringen, die vor allem in den letzten Runden kräftemäßig zu Buche schlugen.

Auch der Autor dieser Zeilen blieb ab km 40 nicht davon verschont.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Erstmals beim Rodgaulauf - Siegerehrung der neuen AK M 35 mit (von links) Günter Marhold (3.), Gernot Helferich (1.) und Stephan Frank (2.)

Dies hatte aber keinen Einfluss auf die Zufriedenheit der zum Teil weit angereisten Teilnehmer mit ihren bei diesem ersten Ultramarathonwettkampf des neuen Jahres erzielten Leistungen. Manchem mögen sie zur Feststellung des aktuellen Leistungsstands um so wertvoller erschienenen sein, und zum Erlangen von Zeiten für die Bestenlisten bietet das Jahr schließlich noch reichlich Gelegenheiten.

Das Ambiente rund um die Strecke wird jedenfalls allen in positiver Erinnerung bleiben.

Rodgau war wieder einmal die Reise wert…  

Was haben die Teilnehmer der bisher sechs Auflagen des Rodgaulaufs nicht alles erlebt –  Minusgrade, Regen bei Temperaturen knapp über dem Nullpunkt, heftigen Hagel, orkanartige Windböen, Sonnenschein und Schnee in verschiedensten Variationen.

Ergebnisse unter http://www.rlt-rodgau.de/.