Bericht 24-h-Lauf Steenbergen 2./3.5.2008

Gute Leistungen bei der Premiere

Von Volkmar Mühl

Steenbergen, im Westen der Niederlande südlich von Rotterdam gelegen, ist den Ultramarathonläufern seit dem Jahr 2005 als Austragungsort eines 6-h-Laufs bekannt. Der fand auch 2008 wieder statt, allerdings diesmal im Schlussviertel des erstmals durchgeführten 24-h-Laufs, der zudem den Status der Niederländischen 24-h-Meisterschaft inne hatte. Mit dem zusätzlich angebotenen und kurz vor dem Hauptlauf gestarteten Marathon wurde der Organisator den verschiedensten Läuferinteressen gerecht.

Gelaufen wird auf einer vollkommen flachen 2109 m-Runde, die asphaltiert bzw. zu einem geringen Anteil mit Pflaster versehen ist und sowohl durch das Städtchen als auch außerhalb bebauten Gebiets über eine Landstraße führt.

Start zur Premierenveranstaltung mit Niederländischen Meisterschaften...

Trotz des Status der Niederländischen Meisterschaft hielt sich die Beteiligung in Grenzen: 30 Männer und neun Frauen nahmen am Hauptlauf teil, davon beteiligten sich 14 Männer und vier Frauen an den Meisterschaften – nicht eben viel. Immerhin hatten mit Jan-Albert Lantink sowie Ria Buiten und Jenni de Groot die national derzeit stärksten Athleten/Innen gemeldet.

Aus deutscher Sicht ruhten die Erwartungen auf Anja Samse vom Marathonclub Menden sowie Sabine Strotkamp von der LG Kreis Ahrweiler. Beide gehören dem neuen DLV-24-h-Kader an und hatten sich ausgiebig auf diesen Wettkampf vorbereitet. Für Anja Samse stand im Vordergrund, die beim 24-h-Lauf in Helsinki am 1./2. Dezember vergangenen Jahres bei ihrem ersten Start über die 24 Stunden erzielten 191,678 km zu bestätigen.

Anja Samse auf dem Weg zur neuen PBL...

„In Helsinki bin ich in der Halle auf der Bahn gelaufen, bei stets gleich bleibenden Temperaturen, ohne die Einflüsse von Wind und Regen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mir bei meinem Debüt ‚draußen‘ ergehen wird, “ so die Mendenerin vor dem Start.

Sabine Strotkamp war wichtig, die bei ihren beiden bisherigen 24-h-Läufen aufgetretenen orthopädischen Probleme im letzten Renndrittel in den Griff zu bekommen:

„Es wäre schon schlimm, wenn ich es auch diesmal nicht schaffen würde, endlich einmal beschwerdefrei durchzulaufen“.

Sabine Strotkamp mit beeindruckender Leistungssteigerung...

Natürlich ging es für beide Athletinnen auch darum, sich mit einer möglichst guten Leistung für die Mannschaftsnominierung zur 24-h-World Challenge am 18./19. Oktober in Seoul/Korea zu empfehlen.

Um 15.00 Uhr fiel der Startschuss, ungewohnt spät für einen 24-h-Wettkampf. Erwartungsgemäß setzte sich Jan-Albert Lantink mit Rundenzeiten um die 10:30 min. an die Spitze, gefolgt von dem Belgier Geert Stynen.

Bei den Frauen legte Ria Buiten mit Rundenzeiten unter 12 min. ein Höllentempo vor. Jenni de Groot vor Anja Samse und Sabine Strotkamp lautete die weitere Reihenfolge; dabei blieb es zunächst auch.

An der Trockenheit am Nachmittag sollte die einbrechende Dunkelheit nichts ändern, die Temperaturen gingen um rund zehn auf 8 ° Celsius zurück.

Neuer Niederländischer 24-h-Meister: Jan-Albert Lantink...

Nach Mitternacht gab es bereits die ersten Opfer eines überzogenen Anfangstempos zu beklagen: Sowohl Jan-Albert Lantink als auch Ria Buiten wurden zu mehr oder weniger langen Unterbrechungen genötigt. Geert Stynen und Jenni de Groot, unauffällig und recht gleichmäßig laufend, profitierten davon und setzten sich an die Spitze, die sie bis zum Wettkampfende nicht mehr abgeben sollten.

Jan-Albert Lantink kam immerhin ins Rennen zurück und kämpfte um Platz zwei, Ria Buiten konnte trotz teilweise stürmischer Aufholjagd im Laufe des Morgens nicht mehr in die ersten drei Ränge vordringen.

...und die neue Meisterin Jenni de Groot...

Hier schlugen sich unsere beiden deutschen Läuferinnen trotz nun aufkommender Wärme glänzend. Beide zeigten  keine gravierenden Schwächen und hielten eisern ihren Rhythmus durch. Sabine Strotkamp, die zeitweise gut zwei Runden Rückstand auf Anja Samse aufwies, konnte in der Schlussphase mit beherztem Einsatz noch etwas Boden gut machen und den Abstand auf geringfügig unter eine Runde drücken.

Neue persönliche Bestleistungen waren der Lohn aller Bemühungen: Anja Samse steigerte sich auf 196,079 km, Sabine Strotkamp verbesserte sich um nahezu 14 km auf 194,045 km!

Starke Leistung von Gesamtsieger Geert Stynen aus Belgien...

Geert Stynen gewann den Gesamtlauf mit 243,480 km, Jenni de Groot siegte in der Frauenwertung mit 204,075 km.

Jan-Albert Lantink war auf Rang 2 mit 227,034 erlaufenen km am Ende mit dem Titel des Niederländischen Meisters zufrieden, Ria Buiten als Viertplatzierte erreichte hier mit 168,200 km immerhin noch die Silbermedaille.

Siegerehrung der Frauen mit deutscher Beteiligung auf den Plätzen 2 und 3...Fotos: Mühl

Am Schluss freuten sich alle Teilnehmer über eine gut und liebevoll organisierte geglückte Premierenveranstaltung, die  keine ernsthaften Wünsche offen ließ. So bleibt zu hoffen, dass der Organisator auch in den kommenden Jahren an der Austragung des 24-h-Laufs festhält und mehr Teilnehmer den Weg nach Steenbergen finden werden. Die Veranstaltung hätte es verdient.

Ergebnisse unter http://www.ultraloopsteenbergen.nl/index.php?page=uitslagen&wed=7